Beschäftigung als therapeutisches Werkzeug

Viele der Betroffenen, die wegen psychischen Diagnosen wie Burnout, Trauma durch Mobbing, Gewalterfahrungen, Depressionen nicht mehr aktiv am Arbeitsleben auf dem ersten Arbeitsmarkt teilnehmen können, sind gleichzeitig aber sehr weit über dem Durchschnitt, automatisch in einer Werkstatt für Betroffene zu landen.

Die Therapien erstrecken sich meistens auf Tagesklinikaufenthalte und sollen zielgerichtet dann wieder zurück in den Beruf führen.

Doch was ist, wenn all das nicht ins Schema passt?

Genau..  es gibt dafür weder ein klares Konzept noch in der Öffentlichkeit bekannte Projekte. Es gibt sie sicherlich. Doch sind sie genauso rar gesäht, wie gute Psychotherapeuten.

Durch das konzeptionelle “selbst verwalten” des Wohnprojektes wird die schaffende, schöpferische, kreative und erfüllende Tätigkeit in den Vordergrund geholt.

Der Mensch möchte sich betätigen, durch “Wert” schöpfende Arbeit.

Es ist ein Kernwunsch, der in sehr vielen Studien belegt ist. Und gerade wenn es darum geht, mit seiner eigenen Produktivität einer Gemeinschaft gegenüber seinen Beitrag zu leisten, bekommt die “Arbeit” wieder einen Stellenwert, der in der expansiven Leistungsgesellschaft ins Hintertreffen geraten ist.

Das Haus “Prudence” stellt mit seinem Konzept der Selbstverwaltung durch seine Bewohner eine eigene Form der Beschäftigungstherapie dar, welche nicht durch Wäschklammern zusammensetzen sondern um den Erhalt des Hauses je nach den Fähigkeiten seiner Bewohner ermöglicht wird.

Daraus ergeben sich neben der Kostenminimierung auch Faktoren wie Identifikation, Verantwortung und Innovation für Problemlösungen und hält die Bewohner selbst in höheren Alterstufen geistig und weitgehendst körperlich fit.